Weiterbildung für den Koch

Auch Köche lernen nie aus. Nutzt eine der vielfältigen Fortbildungsmöglichkeiten - egal ob die vegane Küche, Molekularküche oder die Meisterschule!

Der Kochberuf hat seinen schlechten Ruf in den letzten Jahren mehr und mehr abgelegt. Nicht zuletzt aufgrund der zahlreichen Kochsendungen und charismatischen Fernsehköche entscheiden sich junge Menschen für eine Ausbildung am Herd. Die Aufstiegschancen sind vielfältig: In praxisorientierten Fachseminaren, Lehr- oder Studiengängen in den Fachgebieten Ernährung oder Management kannst du dich weiterbilden und auf der Karriereleiter nach oben klettern.

Eine Ausbildung als Koch – und dann? Berufsaussichten und Aufstiegschancen

Nach einer dreijährigen Berufsausbildung schließt der Koch in der Regel seine Lehre ab. Danach starten die Karriere meist als Commis de Cuisine und können bis zum Küchendirektor oder F&B-Manager aufsteigen. Neben dem Einsatz in einer Restaurantküche oder Kantine nutzen einige, besonders junge Köche, gerne die Möglichkeit, bei Auslandsaufenthalten wertvolle Erfahrungen in den Küchen fremder Länder zu sammeln. Zudem erwerben Köche im Verlauf ihrer Ausbildung gute Voraussetzungen zum selbstständigen Führen eines gastgewerblichen Betriebes.

Macht eine direkte Weiterbildung nach der Ausbildung Sinn?

Um im Berufsalltag immer auf dem aktuellen Stand zu bleiben, ist es für Köche ratsam, regelmäßig Weiterbildungsveranstaltungen und Seminare zu besuchen. Fachseminare zu unterschiedlichen Themen werden von Berufsschulen, Hotelfachschulen, Hochschulen oder der DEHOGA-Akademie offeriert. Auch private Anbieter haben häufig Kurse zur beruflichen Weiterbildung im Programm. Hier können die Teilnehmer mannigfaltiges Wissen zu Trendthemen oder Spezialgebieten erwerben und später in der Praxis umsetzen. Das kann sich auch finanziell durchaus lohnen, denn mit einer erfolgreich abgeschlossenen Weiterbildung verbessern sich oftmals die Verdienstmöglichkeiten.

Die Themen reichen von Barista-Können und Patisserie über Gemeinschaftsverpflegung und Systemgastronomie bis hin zu Lebensmittelrecht und Küchenhygiene. Darüber hinaus können ambitionierte Küchenprofis mit einem Kurs dein persönliches Profil verfeinern und sich für bestimmte Speise- und Ernährungsbereiche spezialisieren, beispielsweise als geprüfter Diätkoch oder vegetarisch-vegan geschulter Koch. Hinzu kommt, dass sich mit einer erfolgreich abgeschlossenen Weiterbildung auch die Verdienstmöglichkeiten verbessern.

Bei der DEHOGA-Akademie können Interessierte beispielsweise Tagesseminare zu Themen wie „Die professionelle Catering-Organisation“ oder „Die neue Vegi-Küche“ für jeweils 180 Euro besuchen. Eine lohnenswerte Investition für stressgeplagte Gastro-Mitarbeiter ist der ebenfalls von der DEHOGA angebotene Kurs „Trotz Stress: Den Alltag im Griff“ für 345 Euro.

Eine unglaublich große Vielfalt an Weiterbildungs- und Kursangeboten bietet zudem der Verband der Köche Deutschlands an: Von „Anrichtetechniken“ über „Gemüseschnitzen“ bis hin zu „Zuckerziehen, Zuckerblasen“ – was in der Profi-Küche eine Rolle spielt, kann hier gelernt bzw. vertieft werden.

Aufstiegsfortbildung zum Meister

Wie in allen Handwerksberufen kann auch ein Koch in einem Meisterkurs seinen Abschluss als geprüfter Küchenmeister machen und anschließend unter anderem in der Ausbildung angehender Köche tätig sein. Im Meisterkurs lernen die Teilnehmer alles, was zur Organisation eines Betriebes und zur Mitarbeiterführung nötig ist. Diese Weiterbildung ist staatlich anerkannt und bundesweit einheitlich geregelt. An eine solche Aufstiegsfortbildung kann ein Studium auch ohne Abitur angeschlossen werden. Wer seinen Küchenmeister (IHK) beispielsweise berufsbegleitend an der Deutschen Hotelakademie absolvieren möchte, kann sein 22-monatiges Fernstudium im August, Dezember oder April starten. Die Kosten dafür betragen insgesamt 4.158 Euro zuzüglich IHK-Prüfungsgebühr. Aus der Küche heraus und in die Lebensmittelindustrie hinein führt die zweijährige Fortbildung zum staatlich geprüften Techniker der Fachrichtung Lebensmitteltechnik an entsprechenden Fachschulen.

Studium

An die Kochausbildung kann auch ein Studium angeschlossen werden. Von Bundesland zu Bundesland, teilweise von Hochschule zu Hochschule, gelten dabei unterschiedliche Voraussetzungen, um auch ohne allgemeine Hochschulzugangsberechtigung ein Studium in bestimmten Fächern wie Lebensmitteltechnologie oder Ökotrophologie zu absolvieren. Anschließend bieten sich Arbeitsplätze in der Lebensmittelindustrie oder der Forschung an.

In den Studiengängen Ernährungswissenschaft, Lebensmitteltechnologie oder auch Hotel- und Tourismusmanagement lässt sich ein Bachelor-Abschluss oftmals auch ohne Nachweis einer Hochschulzugangsberechtigung erlangen. Es kann sich also auch ohne Abitur lohnen, sich über das Studienangebot zu informieren.

Darüber hinaus stehen Köchen Studienmöglichkeiten an Hotelfachschulen offen, beispielsweise zum staatlich geprüften Gastronom oder Betriebswirt. Die vier Semester dauernde Weiterbildung kann deutschlandweit an 30 Hotelfachschulen absolviert werden. Weitere Informationen sind auf der DEHOGA-Seite zu finden. Absolventen einer Fortbildung zum Betriebswirt an einer Hotelfachschule streben im Allgemeinen eine Karriere im Management von Hotels oder Gaststätten an. Als Betriebswirt für das Hotel- und Gaststättengewerbe oder für Catering und Systemverpflegung qualifizieren sich Absolventen für leitende Positionen.

Neue Zusatzqualifikation „Vegetarische und vegane Küche“

Ein europaweit gefragtes Konzept, das auf aktuelle Ernährungstrends sowie immer häufiger auftretende Lebensmittelunverträglichkeiten reagiert, wird an der Peter-Behrens-Schule in Darmstadt umgesetzt. Dort kann– bisher einmalig in Deutschland – die Zusatzqualifikation „Vegetarische und vegane Küche“ mit IHK-Abschluss erworben werden. Die Ausbildungsinhalte entwickelten die Lehrkräfte der Schule gemeinsam mit Angelika Koerbler und Norbert Walter, Inhaber des vegetarischen Restaurants „Radieschen“ in Darmstadt und Pionier auf dem Gebiet der vegetarischen Küche.

Hier können sich nun einerseits angehende Köchinnen und Köche im Rahmen ihrer Ausbildung die entsprechende theoretische und praktische Fachkompetenz aneignen. Andererseits können aber auch seit 2016 erfahrene Köche die Zusatzqualifikation „Vegetarische und vegane Küche“ erwerben. Als Pilotprojekt mit dem Industrie- und Handelskammertag ist die bedarfsorientierte Weiterbildung in Teilzeit möglich. Sie hat einen Umfang von 140 Stunden, an deren Ende eine IHK- und staatliche Prüfung steht. Zusätzlich wird noch an einem Fernlehrgang gearbeitet.

Vereinbarkeit von Weiterbildung, Beruf und Familie

Weiterbildungsangebote gibt es als Präsenz- oder Fernlehrgänge, als Vollzeitveranstaltungen, Wochenendseminare oder berufsbegleitend. Hieraus muss jeder individuell entscheiden, welche Form am passendsten ist, um Familie, Beruf und Weiterbildung unter einen Hut zu bringen. Vollzeitlehrgänge haben den Vorteil, dass sie in der Regel schneller abgeschlossen werden, wohingegen bei berufsbegleitenden Veranstaltungen weiterhin der Beruf ausgeübt und Geld verdient werden kann. Vorteile von Präsenzveranstaltungen sind der direkte Kontakt zu den Lehrkräften und der Austausch mit den anderen Absolventen. Darüber hinaus ist praktischer Unterricht möglich. Ein großes Plus bei Fernlehrgängen sind hingegen die zeitliche sowie die räumliche Flexibilität der Teilnehmer. Interessierte Köche und Köchinnen sollten sich auch über die Fördermöglichkeiten für berufliche Weiterbildung informieren.

Egal in welche Richtung und in welcher Form – eine Weiterbildung lohnt sich für jeden Koch!

Bildquelle Titelbild:© JOBELINE Gastrobekleidung, www.jobeline.de

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