Einen Imbiss eröffnen – was ist wichtig?

Ein gemütlicher Imbiss an der Ecke? Ein Imbissstand im Industriegebiet? Oder ein Foodtruck, der verschiedene Stationen anfährt? Wer sich mit einem Imbiss selbstständig machen möchte, hat viele Möglichkeiten.

Denn ein Imbiss kann sowohl in einem Gebäude, als auch mobil als Foodtruck in einem Wagen betrieben werden. Je nach dem, für welchen Typ man sich entscheidet, gibt es verschiedene Kriterien zu beachten.

Ein eigener Imbiss – bin ich dafür geschaffen?

Imbissbetreiber müssen den Kontakt zu Menschen wollen und mögen. Denn kurze Unterhaltungen und Plaudereien gehören am/im Imbiss einfach dazu. Zudem bedeutet ein Imbiss schwere körperliche Arbeit – Imbissbetreiber stehen oft den ganzen Tag hinter dem Tresen und sind nicht nur für die Aufnahme von Bestellungen, sondern auch für die Zubereitung der Speisen zuständig. Nicht jeder Imbissbetreiber kann sich Mitarbeiter leisten.

„Ein Imbiss ist keine konstante Einnahmequelle, der Umsatz kann je nach Jahres- oder Tageszeit stark schwanken.“

Dessen müssen sich angehende Imbissbetreiber vor dem Start in die Selbstständigkeit unbedingt bewusst sein und dementsprechend mit den Gewinnen haushalten.

Welches Vorwissen brauchen Menschen, die einen Imbiss eröffnen?

Eine richtige Vorbildung oder ein Abschluss ist für die Eröffnung eines Imbiss‘ nicht nötig. Aber jeder der dieses Vorhaben hat, sollte sich intensiv mit der Gastronomie beschäftigt haben. Selten schafft jemand ohne gastronomische Erfahrung den Durchbruch. Und natürlich gibt es einige Voraussetzungen, die für jede Imbiss-Eröffnung nötig sind.

Imbiss eröffnen, welche Voraussetzungen müssen erfüllt werden?

Für die Eröffnung einer Imbissbude werden Formalien wie eine Gaststättenerlaubnis oder Hygienebelehrungen sowie ein durchdachter Businessplan, ein schlüssiges Konzept, der passende Standort, eine preisgünstige Ausstattung und cleveres Marketing benötigt.

Wichtiges zur Immobilien- und Standortwahl

Für Imbissbuden wird eine Immobilie benötigt, die den Anforderungen an einen Gastronomiebetrieb entspricht und an einem geeigneten Standort steht. Für einen Imbisswagen hingegen braucht man verschiedene Stellplätze und einen Parkplatz mit Zugang zu Strom, Wasser und Abwasser, an dem der Imbisswagen geparkt werden kann, wenn er nicht in Gebrauch ist. Auch ein Imbisswagen muss so gestaltet werden, dass die Hygienevorschriften jederzeit eingehalten werden. Zudem muss genug Platz für Geräte und die Aufbewahrung und Zubereitung von Speisen vorhanden sein.

Wichtig für die Wahl des Standortes ist die Zielgruppe, die angesprochen werden soll. Befinden sich zum Beispiel in der näheren Umgebung viele Clubs und Diskotheken, sollte der Imbissbetreiber darüber nachdenken, zumindest am Wochenende sehr lange geöffnet zu haben und so die hungrigen Partygänger mit leckerem Essen versorgen zu können. Ein Standort in einem Gewerbegebiet kann zwar unter der Woche sehr lukrativ sein und in der Mittagspause viele Kunden anlocken, am Wochenende werden dafür aber nur wenige Gäste zum Essen kommen.

Die Formalien

Wer plant, sich mit einem Imbiss selbstständig zu machen, muss ein Gewerbe beim Gewerbeamt anmelden. Je nachdem, was angeboten werden soll, kann auch eine Gaststättenerlaubnis erforderlich werden. Imbisswagenbetreiber benötigen eine Reisegewerbekarte. Jeder Imbissbetreiber muss eine Hygienebelehrung vom Gesundheitsamt oder Amtsarzt besuchen. Zusätzlich wird für die Gewerbeanmeldung eine steuerliche Unbedenklichkeitsbescheinigung, ein polizeiliches Führungszeugnis und ein Gaststättenunterrichtungsnachweis benötigt. All diese Dokumente und Genehmigungen müssen vor der Eröffnung eingeholt werden. Ganz wichtig ist es auch, sich über die benötigten Versicherungen zu informieren. Bei Imbisswägen muss auch das Fahrzeug entsprechend versichert werden.

Der Businessplan

Auch wenn für die Gründung eines Imbisses in der Regel weniger Kapital benötigt wird als für eine Restaurantgründung, kommen auf den künftigen Imbissinhaber eine Menge Ausgaben zu. Ein Gespräch bei der Bank wird sich deshalb oft nicht vermeiden lassen. Um die Bank zu überzeugen und sich den Kredit zu sichern, muss ein guter Businessplan erstellt werden. Dieser beinhaltet neben dem gastronomischen Konzept auch Informationen zur Konkurrenz, den erwarteten Einnahmen und Ausgaben sowie die kurzfristigen und langfristigen Ziele des Unternehmens.

Das Konzept

Das Gastronomie Konzept für einen Imbiss muss gut durchdacht sein. Denn nur, wenn genügend Kunden den Imbiss besuchen und die Gewinnspanne rentabel ist, stimmt der Umsatz und die Arbeit als selbstständiger Imbissbetreiber trägt auch Früchte. Das A und O ist es, die angebotenen Speisen jederzeit einwandfrei herstellen zu können. Wer nicht über die Fähigkeiten oder auch die räumlichen Gegebenheiten verfügt, alles selbst zuzubereiten, kann sich alles fertig anliefern lassen und muss die Speisen nur noch erwärmen und servieren. Es ist besser, weniger und dafür gute Gerichte anzubieten, als eine zu große Speisekarte zu haben. Das Angebot sollte gut und entsprechend der Zielgruppe geplant werden. Die Speisen sollten zur Tageszeit passen und einfach verzehrt werden können. Da die Konkurrenz im Imbissgeschäft groß ist, sollten sich selbstständige Imbissbetreiber unbedingt spezialisieren - nur Currywurst reicht schon lange nicht mehr aus, um einen Imbiss eröffnen zu können. Wichtig ist es auch, immer eine vegetarische Variante anzubieten und die Wünsche der Kunden zu berücksichtigen.

Preisgünstige und praktische Ausstattung für den Imbiss

Jeder Imbiss muss funktional und preisgünstig ausgestattet sein. Das gilt sowohl für die Geräte als auch für Möbel, Besteck, Gläser und Porzellan.

Geräte-Grundausstattung:

  • Kühlschrank oder Kühl-Gefrierkombination
  • Geschirrspüler und Spülbecken
  • Dunstabzugshaube
  • Kaffeemaschine

Eventuell noch sinnvoll:

  • Schneidemaschine
  • Tellerwärmer
  • Mikrowelle
  • Küchenmaschine

Je nach Imbiss-Konzept können weitere Geräte wie ein Dönergrill, ein Wok, Herdplatten, eine Fritteuse oder ein Toaster sinnvoll sein. In jedem Fall solltest du dir vor der Anschaffung genau überlegen, was angeboten werden soll, um den Bedarf optimal planen zu können.

„Nichts ist ärgerlicher als ein Fehlkauf, der nicht gebraucht wird und dann auch noch Platz wegnimmt."

Auch die Planung von Innenausstattung, Geschirr, Gläsern und Besteck sollte immer das Angebot berücksichtigt werden. Das Design ist hierbei nicht so wichtig wie das Preis-Leistungsverhältnis. Die Funktionalität muss auch im Imbiss gewährleistet sein.

Auch ein Imbiss muss beworben werden

Auch wer einen Imbiss eröffnen möchte, muss sich mit dem Thema Marketing beschäftigen. Denn der Imbiss wird nur dann ein Erfolg, wenn möglichst viele potenzielle Kunden davon wissen. Hauptsächlich werden Imbisse durch Mund-zu-Mund-Propaganda bekannt. Trotzdem sollten Imbissbetreiber besonders zur Eröffnung aktiv werden und neben den klassischen Medien auch soziale Netzwerke zum Gastronomie Marketing nutzen. Auch ein ansprechendes Logo ist wichtig, denn so wird Wiedererkennungswert geschaffen. Für Imbisswägen und Foodtrucks sind außerdem lokale Events und Streetfood Märkte eine Option, sich einer breiten Masse zu präsentieren.

Ganz egal für welches Konzept du dich entscheidest, solltest du diese Punkte berücksichtigen, damit dein Imbiss Business nicht nur ein schneller Snack wird, sondern lange erfolgreich bleibt.

Bildquelle Titelbild:© VEGA GmbH, www.vega-direct.com

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