Catering Service gründen - aber wie?

Du bist Metzger, Bäcker oder Koch und denkst darüber nach, mit einem Partyservice durchzustarten?

Wer sich in der Gastronomie selbstständig machen möchte, muss nicht bei den klassischen Gastronomiearten wie Restaurant, Café oder Bar bleiben. Auch Catering ist eine Möglichkeit, in der Gastronomie sein Geld zu verdienen.

Wie eröffne ich einen Catering Service?

Ganz prinzipiell kann ein Catering Service ein eigenständiges Unternehmen oder ein gesonderter Teil des gastronomischen Betriebs sein. Zu berücksichtigen sind unter anderem die korrekte Anmeldung beim Gewerbeamt, Hygienebelehrungen und –vorschriften, das passende Equipment inkl. Tischwäsche und Möbel und wie für jedes unternehmerische Projekt ein durchdachter Businessplan.

Unterschiede zu Restaurant und Co.

Caterer fallen nicht unter die Auflagen des Gaststättengesetzes. Das bedeutet, dass für die Eröffnung einer Cateringfirma keine Gaststättenkonzession benötigt wird. Eine normale Gewerbeanmeldung bei der zuständigen Behörde ist in der Regel ausreichend, wenn man ein Catering Unternehmen eröffnen möchte. Nur in einigen wenigen Ausnahmefällen, wenn bei nicht-privaten Feiern Alkohol ausgeschenkt werden soll, kann eine Konzession erforderlich werden.

Regeln gibt es trotzdem

Ganz ohne das Beachten von Genehmigungen und Vorschriften geht es aber auch bei einer Existenzgründung im Catering nicht. Die allgemeinen Vorschriften für Gewerbetreibende müssen natürlich eingehalten werden.

Außerdem muss jeder Mitarbeiter, der mit Lebensmitteln in Kontakt kommt, eine Erstbelehrung nach dem Infektionsschutzgesetz besuchen. Diese darf bei Beginn des Arbeitsverhältnisses nicht länger als drei Monate zurückliegen und muss alle zwei Jahre erneuert werden.

Zusätzlich muss jeder Unternehmer, der Lebensmittel verarbeitet und in Umlauf bringt, nachweisen, dass er über die nötigen Kenntnisse nach der Lebensmittelhygieneverordnung verfügt. Wer eine gastronomische Ausbildung hat, erwirbt diesen Nachweis automatisch. Für alle anderen gibt es Kurse bei der zuständigen Industrie- und Handelskammer.

Auch wenn das manche etwas blauäugig meinen, aber ein Cateringbetrieb kann nicht einfach von der eigenen privaten Küche aus geführt werden. Ein angehender Caterer muss sich vor der Gründung also nach Räumlichkeiten umsehen, die den Anforderungen an Lebensmittelbetriebe entsprechen. Soll das Catering nur nebenberuflich ausgeübt werden, lassen sich Kosten für Miete oder Pacht und vor allem die Ausstattungskosten meist gering halten, denn manche Restaurants oder Kantinen vermieten ihre Küchen außerhalb der Geschäftszeiten unter.

Die Immobilie

Wer hauptberuflich Caterer werden möchte, kommt um eigene Räumlichkeiten nicht herum. Bei der Suche nach der passenden Immobilie für die Existenzgründung sind nicht nur die gesetzlichen Auflagen relevant, sondern auch der Standort. Für Catering Unternehmen ist es sehr wichtig, von einem gut gelegenen Standort aus zu agieren. Geeignet sind deshalb Immobilien mit sehr guter Verkehrsanbindung, damit die Speisen möglichst schnell zum Zielort gebracht werden können.

Einige Caterer bieten ihren Interessenten ein Probeessen an. Ist dies geplant, müssen die Räumlichkeiten zusätzlich noch über einen kleinen, von der Küche getrennten Gastraum verfügen.

Welches Küchen-Equipment wird für ein Catering benötigt?

Bevor die zukünftige Küche ausgestattet wird, sollte eine Speisekarte festgelegt werden. Denn nach der Art der angebotenen Speisen richtet sich die Einrichtung der Küche. Sollen viele gebackene Speisen angeboten werden, bieten sich mehrere Öfen an, sollen asiatische Gerichte zubereitet werden, werden mehrere Woks und Fritteusen benötigt.

Ganz wichtig: Beim Catering müssen die Speisen über längere Strecken transportiert werden. Deshalb muss das Fahrzeug so ausgestattet sein, dass die Speisen gewärmt oder gekühlt werden können. Auch am Zielort werden diverse Kühl- und Warmhaltegeräte benötigt.

„Beachte auf jeden Fall die gesetzlichen Vorschriften zum richtigen Warmhalten und Kühlen von Speisen!“

Catering als Komplettlösung

Viele Kunden entscheiden sich deshalb für Catering, weil der eigene Aufwand so gering wie möglich gehalten wird. Als angehender selbstständiger Cateringunternehmer solltest du deswegen nicht nur die Speisen, sondern auch Tische und Stühle, Tischwäsche, Dekoration, Besteck, Geschirr und Gläser mitbringen. Bei der Auswahl ist darauf zu achten, dass Tische und Stühle möglichst einfach und platzsparend transportiert und aufgebaut werden können.

Wie komme ich an Personal für mein Catering?

Für deine Küche brauchst du zuverlässige feste Angestellte – ganz egal ob Tagesgeschäft in deinem Betrieb oder Vorbereitung von Catering-Events. Die Köche müssen eine konstante Qualität sicherstellen und die Gerichte sicher beherrschen. Im Service kannst du dein Personal entweder fest anstellen – das gibt es verschiedene Beschäftigungsmodelle – oder du greifst auf Agenturen zurück, die Service-Kräfte speziell für Events vermieten. Beides hat Vor- und Nachteile. Am besten analysierst du deine Auftragsplanung und Auslastung und entscheidest dich dann, wie du dein Personal engagierst.

Welche Zielgruppe soll angesprochen werden?

Bevor du das Menü oder besser mehrere Menüs festlegen, solltest du dir überlegen, welche Zielgruppe du ansprechen möchtest. Denn darauf muss das Speisenangebot abgestimmt werden. Versuche, möglichst viele Geschmäcker anzusprechen, und biete auch vegetarische oder vegane Alternativen an, um jeden Gast zufrieden zu stellen. Trotzdem sollte das Angebot überschaubar gehalten werden, damit gewährleistet werden kann, dass alle Speisen innerhalb der geforderten Zeit qualitativ hochwertig hergestellt und serviert werden können.

Entscheide, welche Events du beliefern möchtest. Liegt der Fokus auf Hochzeiten und Firmenfeiern, sollten gehobene Speisen angeboten werden, für einfachere Familienfeiern sind bodenständigere Gerichte die richtige Wahl.

Informiere dich schon zu Beginn der Planungsphase über die Konkurrenz, damit du deine Nische finden kannst.

Die Finanzierung

In der Regel wird zur Gründung einer Cateringfirma weniger Kapital benötigt als bei anderen Gastronomiearten. Trotzdem können nur wenige angehende Selbstständige die Kosten aus eigener Tasche zahlen. Um ein Bankgespräch kommen deshalb auch Caterer nicht herum. Erstelle deshalb einen ausgefeilten Businessplan, um die Bank von deiner Geschäftsidee zu überzeugen.

Auch, wer ein Catering eröffnen will, muss Steuern zahlen. Überlege dir deshalb schon vor der Gründung, welche Rechtsformen für dich in Frage kommen.

Die Werbung

Catering Unternehmen leben von Mund-zu-Mund-Propaganda. Bemühe dich deshalb von Anfang an, die Events möglichst problemlos über die Bühne zu bringen. Zufriedene Kunden und Gäste empfehlen dich sicher gerne weiter. Trotzdem sollte zusätzliches Marketing betrieben werden. Lass Flyer drucken und leg diese auf den Events aus – sind die Gäste mit dem Angebot zufrieden, zieh dies auch für eigene Veranstaltungen in Betracht. Auch das Internet bietet viele Möglichkeiten für gutes Marketing! Erstelle eine informative Website und einen Social Media Auftritt für dein Unternehmen. Besonders, wenn du dich auf bestimmte Events spezialisiert haben, kann es sich auch lohnen, Anzeigen in den entsprechenden Magazinen zu schalten oder auf Messen zu gehen. Manche Locations haben keinen festen Caterer. Dort kannst du durch eine Kooperation Aufträge an Land ziehen. Auch eine Zusammenarbeit mit einer Eventagentur kann sich lohnen.

Ein Cateringunternehmen zu betreiben, ist also bei weitem kein Hobby und auch kein Nebenbei-Geschäft. Das sollte jedem klar sein, der mit dem Gedanken spielt, sich selbstständig zu machen und einen Catering-Service zu gründen.

Bildquelle Titelbild: © VEGA GmbH

Sponsoren