Wie wird man Mietkoch?

Nicht jeder träumt vom eigenen Restaurant, dem eigenen Café oder einer eigenen Bar. Wer sich trotzdem als Koch selbstständig machen will oder sich etwas dazu verdienen will, hat noch eine andere Möglichkeit: Mietkoch werden!

 

Was ist ein Mietkoch?

Ein Mietkoch ist ein selbstständiger Unternehmer, der seine Leistungen auf dem freien Markt anbietet – und zwar nicht in einem Restaurant, einem Café oder einer Bar, sondern in der Regel bei Privatpersonen zu Hause. In den letzten Jahren werden Mietköche immer beliebter, da viele Kunden zu besonderen Anlässen im kleineren Rahmen nicht selbst kochen, aber auch nicht auf einen Catering Service zurückgreifen möchten. Ein Mietkoch bietet hier die perfekte Lösung: Frisch zubereitetes Essen, das dem Kunden in den eigenen vier Wänden serviert wird, ohne dass der Kunde viel Arbeit damit hat. Besonders an Feiertagen, Geburtstagen oder als besondere Geschenkidee ist ein Abend mit einem Mietkoch eine beliebte Alternative zum klassischen Restaurantbesuch.

 

Welche Aufgaben hat ein Mietkoch?

Mietköche bieten ihren Kunden ein Rundum-Sorglos-Paket an. Am Anfang steht ein Beratungsgespräch, das idealerweise beim Kunden zuhause stattfindet. So kann der Koch sich einen Überblick über die Küche und die vorhandenen Geräte machen und sieht gleich, welches Zubehör er selbst mitbringen muss. Der Koch unterstützt den Kunden bei der Menüauswahl und besorgt die Zutaten, die dafür benötigt werden. Dann wird das gewünschte Menü zum verabredeten Zeitpunkt frisch zubereitet.  Zusätzlich serviert der Koch die Speisen und kümmert sich anschließend um den Abwasch. Läuft das Unternehmen gut, kann der Mietkoch auch Mitarbeiter einstellen und sich Unterstützung mitbringen.

 

Was brauche ich, um Mietkoch zu werden?

Um als Mietkoch arbeiten zu können, muss ein Gewerbe angemeldet werden. Je nachdem, ob das Unternehmen hauptberuflich oder als Nebentätigkeit ausgeübt werden soll, kann auch ein Kleingewerbe ausreichen. Die Kosten für die Gewerbeanmeldung können je nach Region unterschiedlich ausfallen, liegen aber unter 50 Euro. Da Mietköche in der Regel beim Kunden arbeiten, wird keine den Anforderungen zur gastronomischen Nutzung entsprechenden Immobilie benötigt und normalerweise auch keine zusätzliche Gaststättenerlaubnis benötigt. Trotzdem müssen Mietköche sich an die Hygienevorschriften im Umgang mit Lebensmitteln halten. Wer keine gastronomische Ausbildung hat, muss außerdem einen Nachweis über eine Gaststättenunterrichtung bei der IHK erbringen.

 

Welche Ausstattung braucht ein Mietkoch?

Im Gegensatz zu den meisten anderen Gastronomie Arten benötigt ein Mietkoch nur wenig Ausstattung, deshalb kann man sich auch ohne große finanzielle Rücklagen selbstständig machen. Ausgaben für die Immobilie, teure Geräte und Table Top fallen weg. Ein gut ausgestatteter Mietkoch braucht nur seine Kochkleidung, Zubehör zum Kochen und eventuell eine kleine Auswahl an Geschirr, Gläsern und Besteck für das Restaurant-Feeling. Unter Umständen ist es sinnvoll, sich ein Geschäftsauto zuzulegen, das zum Transport des Küchenzubehörs geeignet ist und mit dem Logo des Mietkoch-Unternehmens versehen werden kann.

 

Wie viel verdient ein Mietkoch?

Wie viel ein Mietkoch verdient, hängt davon ab, ob er sich bei einer Agentur, die Mietköche vermittelt, registriert oder seine Aufträge selbstständig annimmt. Mietköche, die sich bei einem Vermittlungsnetzwerk anmelden, müssen weniger Geld für Marketing und Kundenakquise ausgeben, dafür aber pro Arbeitsstunde einen Anteil an die Agentur abgeben. In der Regel liegt der Stundensatz bei 15 bis 35 Euro, die Kosten für Zutaten werden zusätzlich abgerechnet. Für ein privates Dinner kann ein Mietkoch also zwischen 150 und 500 Euro verlangen. Je nach Aufwand und Dauer des Events kann auch ein Pauschalpreis oder ein Tagessatz vereinbart werden. Um die individuell passenden Stunden- oder Tagessätze ermitteln zu können, mit denen alle Kosten gedeckt und im Optimalfall ein Gewinn erwirtschaftet werden kann, sollten angehende Mietköche sich unbedingt mit dem Thema Kalkulation und Betriebskosten befassen. Ohne gastronomische Erfahrung in die Selbstständigkeit zu starten, ist also auch für Mietköche nicht empfehlenswert!

 

Was ist sonst noch wichtig?

Wie immer, wenn man sich in der Gastronomie selbstständig macht, ist es wichtig, sich über die verschiedenen Rechtsformen und die steuerlichen Grundlagen zu informieren, die mit dem Start in die Selbstständigkeit einhergehen.

Außerdem sollten Mietköche unbedingt genug Budget für Marketing einplanen, denn anders als bei einem Restaurant gibt es hier keine Laufkundschaft. Um aus der Konkurrenz hervorzustechen, sollten Mietköche unbedingt eine gute Website haben, auf der über das Angebot und die Kosten informiert wird. Beispielbilder und Bewertungen anderer Kunden wirken immer positiv. Eventuell können hier auch besondere Aktionen oder Eventpakete beworben werden – das kommt bei Kunden gut an! Die sozialen Netzwerke und die klassischen Marketingkanäle sollten ebenfalls berücksichtigt werden.

 

Welche Nachteile gibt es?

Ein großer Nachteil für Mietköche sind die Arbeitszeiten. Zwar wird in der Gastronomie generell viel am Abend, am Wochenende und an Feiertagen gearbeitet, bei Mietköchen wird jedoch fast ausschließlich dann gekocht, wenn andere frei haben. Denn wer plant ein romantisches Candle Light Dinner schon am Nachmittag? Das sollte jedem, der überlegt, sich als Mietkoch selbstständig zu machen, unbedingt bewusst sein.

Weiterhin gibt es bei Mietköchen häufig die Gefahr der Scheinselbstständigkeit. Wer als Mietkoch arbeiten möchte, muss sich nämlich nicht nur auf Privatpersonen beschränken, sondern kann auch in Hotels und Restaurants aushelfen. Besonders in Zeiten mit niedriger Auftragslage greifen Mietköche häufig auf diese Möglichkeit zurück. Dabei laufen Mietköche aber Gefahr, zu stark in die betrieblichen Abläufe eingebunden zu werden, quasi als Angestellter zu arbeiten, wobei die Kosten für die Sozialversicherung trotzdem selbst getragen werden müssen. Es ist zwar verboten, scheinselbstständige Köche zu beschäftigen, davon lässt sich aber nicht jeder Betrieb abschrecken. Mietköche sollten nur dann in bestehenden Betrieben arbeiten, wenn es sich nicht vermeiden lässt. Wer sich Sorgen macht, nicht genügend Aufträge zu bekommen, sollte deshalb zunächst lieber nebenberuflich als Mietkoch arbeiten und sich erst dann selbstständig machen, wenn das Unternehmen erfolgreich angelaufen ist!


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