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Tafel beschriften leicht gemacht

Angebotstafeln im individuellen Design sind eine perfekte Visitenkarte für den Betrieb. Immer mehr Gastro-Konzepte setzen dabei auf das alte Kunsthandwerk der Handbeschriftung – und entsprechen so dem aktuellen Selfmade-Trend in der Gastronomie. Damit eine Tafel zum Blickfang für die Gäste wird, gilt es einiges zu beachten.

Lieblos gestaltete Werbebotschaften sind auf Gastronomie Tafeln keine Seltenheit: Schlecht lesbare Schriften, Stilblüten der Rechtschreibung, wenig attraktive Botschaften – wer wachsam durch die Gastro-Welt geht, entdeckt so manches Malheur. Dabei kann man schon mit einfachen Mitteln und ein paar Tipps eine Tafel in einen echten Hingucker verwandeln – und damit in ein kostengünstiges und effektives Marketing-Instrument. 

 

Storytelling an der Wand

Wie wirksam hochwertige, personalisierte Tafelkunst sein kann, erleben beispielsweise die Gäste des Systemgastronomen Vapiano. Die Speisenausgaben der Filialen zieren überdimensionale Tafel-Elemente, auf denen neben dem Speisenangebot auch handgemalte Kreide-Malerei und allerlei Philosophien und Zitate rund um den genussreichen mediterranen Lebensstil abgebildet sind – so funktioniert perfektes Storytelling an der Tafel. Kein Wunder, dass immer mehr Szene-Bars und Restaurants diesem Exempel nacheifern. Es geht nicht mehr nur ums Tafel Beschriften, nicht um bloße Deko, hier kann von wahren Kunstwerken gesprochen werden, die hierzulande auch in typischen Irish-Pubs zu finden sind. Denn nicht nur in Nordamerika, auch im angelsächsischen Raum ist die Kunst der Tafelbeschriftung seit langem weit verbreitet. Hier gibt es sogar die offizielle Berufsbezeichnung „Chalkboard-Artist“, also Künstler, die hauptberuflich Tafeln beschriften und bemalen – nach den Wünschen und Vorstellungen Ihrer Kunden.

 

Chalkboard-Art als Beruf

In Deutschland hat die professionelle Tafelbeschrifterin Jamila von Carnap dagegen nur wenige Berufskollegen. Die junge Künstlerin ist Teil des Unternehmens ARTE Jamisa (http://arte-jamisa.blogspot.de/) in Kempten im Allgäu. Neben der Tafelkunst bietet dieses u.a. auch Kalligraphie, Wandverzierungen, Dekorationsmalerei sowie Kunstgemälde an. „In einer Zeit von Grafik-Design und Computerschriften, möchten wir bewusst das alte Kunsthandwerk wieder aufleben lassen. Wir gestalten einzigartige Blickfänge für unsere Kunden“, erklärt Jamila von Carnap.

Ihre Leidenschaft fürs Restaurant Tafel Beschriften und Bemalen entstand dabei quasi aus der Notwendigkeit heraus. „Ich habe damals in der Gastronomie gearbeitet und wir hatten auch eine Tafel. Wir mussten regelmäßig Ausbesserungen oder Änderungen vornehmen. So bin ich in diese Kunst langsam hineingewachsen – und habe meine ganz eigene Richtung entwickelt“, verrät sie. Heute profitiert sie davon, die Gastronomie auch „von hinter der Theke“ zu kennen. So habe sie ein besonderes Gespür dafür entwickelt, was der Gast auf der Tafel wirklich sehen möchte – und welche Informationen eher verzichtbar sind. „Schön gestaltete Tafeln in der Gastronomie sind auf jeden Fall schon länger ein Trend. Dabei geht es allerdings nicht mehr alleine um Handgeschriebenes. Vielmehr wünschen sich meine Kunden meist etwas ganz Individuelles“, erklärt sie. Das Menü an der Wand werde deshalb mittlerweile weniger nachgefragt. Viele Gastronomen entscheiden sich stattdessen dafür, z. B. einen frechen Spruch, ihre ganz eigene Philosophie oder auch Informationen über ihre Produkte in den Vordergrund der Gestaltung zu rücken – inklusive individueller Gestaltung des Gesamtbilds versteht sich.

 

Die Tafelgeschichte

Der Beruf des Chalkboard-Künstlers oder auch Tafelbeschrifters entwickelte sich in den USA, wo die Werbetafeln schon seit Jahrzehnten immer kreativer wurden. Anfangs waren es schön geschriebene Wörter. Dann kamen kleine grafische Deko-Elemente hinzu. Im Laufe der Zeit wurden die Tafeln dank verschiedener Schriftarten und Illustrationen zu wahren Kunstwerken. Egal ob für Bars, Restaurants, Hotels oder Bioläden – eine Tafelbeschriftung bedarf Kreativität, Zeit und absolute Konzentration.

 

Leserlichkeit vor Originalität

Nach ihrem Rezept für gelungene Gestaltung gefragt, rät sie: „Regel Nummer 1, die jeder Gestalter wieder und wieder verinnerlichen sollte: Leserlichkeit kommt immer vor der Originalität! Kunst ist es, beides zu kombinieren!“ Außerdem müsse natürlich immer bedacht werden, was der Kunde bewirken wolle. „In erster Linie möchte er natürlich etwas verkaufen. Dieses Angebot muss für den Kunden schnell erfassbar sein.“ Dabei spielt auch die gewählte Schriftart eine entscheidende Rolle: „Sie sollte ausreichend klar sein, trotzdem aber auch das gewisse Etwas haben. Ideal ist eine Mischung aus Klarheit, Verspieltheit und Attraktivität fürs Auge“, rät Jamila von Carnap für das richtige Tafel Beschriften.

Lesbarkeit ist das eine, darüber hinaus gilt es aber noch die gewünschte Botschaft zu klären.

„Weniger ist mehr“ das muss jedem Tafelkünstler klar sein. Bei einem großen Angebot an Speisen und Getränken empfiehlt es sich, nur die wichtigsten Punkte herauszupicken. Die Tafel sollte außerdem einen logischen Gestaltungsaufbau haben, damit der Leser auf den ersten Blick erfasst, worum es geht. Überschriften, Stichpunkte und der passende Zeilenabstand helfen beim Lesen. Da ist es egal, ob man mit gewöhnlicher Kreide oder mit Kreidemarkern arbeitet. Nur im Außenbereich sollte herkömmliche Kreide nur bei gutem Wetter verwendet werden.

 

Do ist yourself

Selbstverständlich muss es nicht immer gleich die ganz hohe Kunst eines „Chalkboard-Artists“ sein. Mit ein paar Hilfsmitteln und einem Satz flüssigen Kreide-Markern kann der Gastronom mit kleinerem Budget seine Werbetafel auch selbst ansprechend gestalten und beschriften.

Zunächst ist es ratsam, die eigenen Vorstellungen des Tafel-Designs auf einem Skizzenblatt aufzuzeichnen, bevor man mit dem eigentlichen Tafel Beschriften beginnt. Mit Hilfe einer Wasserwaage und einem Metermaß wird dann ausgemessen und markiert, wie sich die Aufteilung der Fläche gestaltet – und wo später Buchstaben stehen sollen. Unterstützung bei der Gestaltung der Schrift bieten Typographie-Webseiten (z. B. dafont.com), die kostenlos herunterladbare Schriftarten (Fonts) anbieten, die für die Tafelbeschriftung bestens geeignet sind. Mischungen aus stark unterschiedlichen Schriftarten sind hier erlaubt. Inspirationen für kleine Illustrationen zur Auflockerung, z. B. einen Apfel oder Weintrauben, gibt es ebenfalls zuhauf im Internet. Hier hilft die Google-Suche nach Cliparts für die Erstellung der Skizze weiter!

 

Schablonen und Vorlagen helfen

Die Skizze wird dann entweder mit einem Beamer oder einem Overhead-Projektor auf die entsprechende Fläche projiziert und nachgezeichnet – oder aber, je nach Schwierigkeitsgrad, einfach vom Papier abgemalt. Eine praktikable Lösung stellen Schablonen dar, die einfach übertragen werden können. Diese sind entweder fertig zu kaufen oder können natürlich selbst hergestellt werden. Geht doch einmal ein Versuch daneben, so beseitigt Wasser oder ein spezielles Reinigungsmittel für Tafelkreide die Spuren zuverlässig. Kleinere Unsauberkeiten, etwa an der Schrift, lassen sich mit Wattestäbchen bereinigen. Natürlich gilt auch bei der Beschriftung: Wenn der erste Versuch nicht gleich ein Meisterwerk wird, so hilft ein wenig Übung und Geduld für das perfekte „Wandtattoo“.

 

Die richtige Tafel für jeden Bedarf

Erhältlich sind die zeitlosen Werbebotschafter übrigens in den verschiedensten Varianten und Stilrichtungen – vom stilvollen Barockrahmen bis zur Flaschenform. Angesagt sind z. B. rahmenlose Wandtafeln für den Innenraum, die in vielen Größen erhältlich sind. Alternativ lässt sich eine Tafelfolie flexibel an die Möglichkeiten, die ein Gastraum bietet, anpassen. Denn die Folie ist für jede Wand einfach zuzuschneiden. Für den Außenbereich sind wetterfeste Trottoir-Aufsteller ein hervorragender Blickfang, um Kunden anzulocken.

Egal für welche Variante sich der Gastronom entscheidet, eine kreativ beschriftete Werbefläche verfehlt ihre Wirkung bei den Gästen so gut wie nie. Auch Andrea Landholt ist sich absolut sicher: „Die Tafelbeschriftung wird vermehrt zum integralen Bestandteil des Gesamtkonzepts eines Gastrobetriebs. Dementsprechend steigen die Qualitätsansprüche an die Tafeln.“ Tafel-Beschriftung wirkt!

 

Schreibutensilien

 

Kreidestift

Die Linie ist sehr dünn und nicht besonders kräftig, daher ist er nicht für große Tafeln geeignet. Hilfreich kann er bei der Detailierung von Zeichnungen oder bei kleinen Formaten auf dem Tisch sein.

Kreide

Die Linie ist breit und etwas grob, daher ist Kreide geeignet für größere Wörter und Bilder. Sie gibt den wahren Tafel-Look.

Kreidemarker

Die Flüssigkreide ermöglicht eine kräftige, vollflächige Linie. Der klassische Look geht dadurch etwas verloren, aber damit kann besonders einfach beschriftet und gezeichnet werden.

 

Tipps fürs Tafel Beschriften

 

 Layout und Text

  1. Fertigen Sie eine Skizze an, bevor Sie mit der Beschriftung starten!
  2. Achten Sie auf eine angemessene Schriftgröße!  Aus welcher Distanz sollte Ihre Botschaft immer noch gut lesbar sein?
  3. Wählen Sie die Abstände zwischen Buchstaben und Worten ausreichend groß, bevor Sie mit der Beschriftung starten!
  4. Überschriften sollten sich vom Text deutlich absetzen. Abstände und Freiräume wirken gliedernd.
  5. Kleine Zeichnungen und Symbole lockern die Tafelbeschriftung auf.
  6. Lassen Sie die Rechtschreibung von einer zweiten Person prüfen.
  7. 2 oder 3 verschiedene Schriftarten verwenden.
  8. Ohne eine Skizze am besten die Buchstaben und Zwischenräume zählen, um die Mitte zu justieren. Dann mit dem Maßband abmessen.
  9. Raster dünn aufmalen und hinterher mit Wattestäbchen entfernen.

 

 

Tricks für die Umsetzung

  1. Bei normaler Kreide die Tafel vor dem ersten Beschriften komplett schraffieren und wieder entfernen.
  2. Schablone aus festerem Material wie Karton können mehrmals verwendet werden.
  3. Man kann die Vorlage auch durchpausen, indem deren Rückseite mit Kreide flächig schraffiert wird, sie dann auch die Tafel gelegt wird und die Linien der Vorlage mit einem Kugelschreiber nachgezeichnet werden.
  4. Beim Übertragen ohne Projektor helfen Klebebänder (z. B. Washi Tape) dabei, die richtige Einteilung sicherzustellen
  5. Für runde Formen lässt sich aus einem Stück Schnur, an der am einen Ende die Kreide angeknotet ist, schnell ein Zirkel machen. Gerade Linien mit dem Lineal zeichnen.
  6. Am besten mit nasser Kreide zeichnen.
  7. Bunte Kreide erst am Ende verwenden.
  8. Zuerst die Ränder gestalten, dann beschriften.
  9. Zum Fixieren von normaler Kreide Haarspray verwenden. Es ist wasserlöslich.

 

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