Restaurantfinanzierung - die besten Tipps

Selbst hinter dem Tresen stehen, leckere Gerichte zaubern und den Gästen einen unvergesslichen Abend bereiten: Das eigene Restaurant ist der Traum vieler Menschen. Doch in den meisten Fällen platzt er bereits, bevor er überhaupt Realität wird – davon kann Restauranttester Christian Rach ein Lied singen. Schuld an der Misere sind häufig unzureichende Branchenkenntnisse. Schließlich kann in Deutschland theoretisch jeder ein Lokal eröffnen. Noch dazu kommt, dass speziell Quereinsteiger die finanziellen Konsequenzen einer Gründung völlig unterschätzen und sich am Ende verzetteln. Falls du auch von deinem eigenen Betrieb träumst, erklären wir dir, welche Kosten dabei auf dich zukommen und wie du diese finanzieren kannst.

Was musst du alles miteinkalkulieren?

Ein paar Möbel, Küchengeräte, dazu noch diverse Genehmigungen und die Miete. Das wird schon nicht so teuer sein – falsch gedacht. Eine Gaststätten-Eröffnung liegt mit allem Drum und Dran schnell im sechsstelligen Bereich. Zu den wichtigsten Posten gehören:

1.    Genehmigungen und Rechtsform

Davon musst du einige einholen. Erste Anlaufstelle ist in der Regel das örtliche Ordnungsamt, wo gegen eine Gebühr die Gewerbeanmeldung stattfindet. Anschließend geht es zum Notar, um im Falle von verschiedenen Anteilseignern einen Gesellschaftsvertrag aufzusetzen. Dafür musst du das Gründungskapital vorweisen sowie die gewünschte Gesellschaftsform deines Betriebs festlegen. Den Vertrag segnet der Notar natürlich nicht umsonst ab. Auch diese Kosten sind zu berücksichtigen. Anschließend ist noch die Anmeldung im Handelsregister fällig. Sonst kannst du bei der Bank kein Konto eröffnen.

2.    Konzession beantragen

Ohne sie darfst du weder Speisen noch alkoholische Getränke an deine Gäste ausgeben. Ansprechpartner ist hier wieder das jeweilige Ordnungsamt. Um deine Lizenz zu bekommen, sind folgende Unterlagen nötig:

  • Polizeiliches Führungszeugnis
  • Miet- oder Pachtvertrag der Räumlichkeiten (Brandschutz, Zahl der Toiletten etc.)
  • Grundriss bei Neubauten
  • Nachweis der Gewerbeanmeldung
  • Bescheinigung des Finanzamts
  • Nachweis der Gesundheitsbelehrung
  • Meldebescheinigung der Berufsgenossenschaft

Allein für die genannten Dokumente fallen nicht unerhebliche Kosten an. Dazu kommt noch die Konzessionsgebühr, die sich im Rahmen von 300 bis 1.300 Euro bewegen kann.

3.    Küchenausstattung

Keine Frage – um kulinarische Glanzleistungen abzuliefern, brauchst du vor allen Dingen Talent und die Leidenschaft fürs Kochen. Doch erst mit den richtigen Geräten können deine Ideen überhaupt auf den Tellern der Gäste landen – und da kommt einiges zusammen. Abluftanlage, Herd, Spülmaschine, Kühlschränke und Arbeitsflächen aus Edelstahl sind nur die Grundausstattung in der Profiküche. Obendrauf benötigst du Ausstattung wie Teller, Gläser, Besteck und Tassen. Für alles zusammen solltest du schon einmal mindestens rund 82.000 Euro bereithalten.

4.    Lebensmittel und Getränke

Ohne einen ausreichenden Vorrat an Zutaten, Spirituosen und Softdrinks lockst du niemanden in deine Gaststätte. Für die Anfangsphase ist es immer ratsam, die Speisekarte nicht zu üppig zu gestalten. Doch auch die kulinarische Grundausstattung reißt je nach Qualitätsstandard mit gut 6.000 Euro schon mal ein großes Loch ins Budget.

5.    Einrichtung

Hervorragende Gerichte sind eine Sache, doch erst im richtigen Ambiente wird der Restaurantbesuch für deine Gäste zum Erlebnis. Ohne Stühle und Tische geht also nichts. Bereits für zehn Tische (insgesamt gut 40 Sitzplätze) musst du rund 4.000 Euro einplanen. Eine stylische Einrichtung inklusive Deko-Artikeln verschlingt noch einmal 1.000 bis 2.500 Euro.

6.    Personal

Kochen, bedienen, abwaschen – damit der Betrieb läuft, kannst du dich leider nicht zerteilen. Gutes Personal ist deshalb das A und O. Schon alleine ein Hilfskoch verlangt je nach Bundesland gut 1.400 bis 2.086 Euro pro Monat. Dazu kommen Aushilfen, die mittlerweile Anspruch auf den Mindestlohn in Höhe von 8,84 Euro in der Stunde haben. Je nachdem, wie groß dein Lokal ist, brauchst du auf jeden Fall genügend Personal, um den täglichen Betrieb zu stemmen. Zudem ist die lückenlose Dokumentation der Arbeitszeiten deiner Angestellten Pflicht. Sonst gibt es Ärger vom Finanzamt.

Ein Businessplan als Grundlage

Wie du siehst, steht das Fundament eines Restaurants auf zahlreichen Finanzposten – Extras wie einen Bar- oder Außenbereich noch gar nicht miteinkalkuliert. Damit aus diesem komplexen Gebilde am Ende nicht gleich ein Minusgeschäft wird, solltest du in jedem Fall schon, bevor es um konkrete Investitionen geht, einen Businessplan aufstellen. Zum einen erkennst du so, wie hoch deine täglichen Einnahmen sein müssen, damit du überhaupt kostendeckend arbeitest. Zum anderen wird es mit aussagekräftigen Zahlen für dich einfacher, Finanzpartner von deiner Geschäftsidee zu überzeugen. Online kannst du bereits im Vorfeld deinen individuellen Betriebsmittelkredit anfragen und dich beraten lassen.

Die eigenen Ziele nachhaltig verfolgen

Zusammengefasst ist die Kapitalplanung eines Restaurants immer eine heikle Aufgabe, an der viele Neu-Wirte oft scheitern. Wenn du jedoch alle möglichen Kosten miteinbeziehst und sowohl strategisch als auch akribisch deine Planung im Blick hast, wirst du mit deiner eigenen Gaststätte garantiert erfolgreich sein.

 


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