Lieferservice eröffnen

Wer plant, einen Lieferservice zu eröffnen, steht vor großen Herausforderungen und wichtigen Entscheidungen. Die Ausgangssituationen können sich stark unterscheiden: Der eine Gründer hat eine großartige Idee, startet von Null weg und zieht alles neu auf. Der andere betreibt vielleicht schon ein Restaurant, eine Metzgerei oder Bäckerei und möchte seine Leckereien jetzt auch direkt zu den Kunden ausliefern.

In diesem Artikel bekommst du einen Überblick über die Besonderheiten bei der Gründung eines Lieferservices.

Was ist ein Lieferdienst?

Im Prinzip ist ein Lieferdienst eine Dienstleistung der Absatzlogistik. Dabei ist eigentlich nicht relevant, ob eigene Produkte oder Produkte eines fremden Unternehmens ausgeliefert werden.

Schaut man sich die Branche der Lieferservices etwas genauer an, so stellt man schnell fest, dass es viele verschiedene Lieferdienste gibt, die sich teils stark voneinander unterscheiden. Pizzalieferdienst und Kuriere sind die Klassiker, allerdings auch grundverschieden. In Bezug auf Verpflegung können verzehrfertige Speisen wie Nudelgerichte, Lebensmittel wie Brötchen oder Gemüse, aber auch Getränke geliefert werden.

Businessplan für Lieferservice

Um einen Lieferservice zu gründen, ist der erste Schritt nach dem Entwickeln einer tragbaren Geschäftsidee das Verfassen eines Businessplans – wie bei jeder Neugründung einer Gastronomie. So können mögliche Probleme von Anfang an identifiziert werden und es gibt langfristig einen durchdachten Fahrplan. Daneben erschließen sich durch die detaillierte Planung neue Zielgruppen und somit Absatzmöglichkeiten. Den Businessplan für deinen Lieferservice kannst du natürlich kostenlos und unverbindlich mit dem Businessplaner hier der auf Gastro Academy erstellen.

Das richtige Lieferservice-Angebot – was muss ich beachten?

Hast du bereits etwas, das du liefern möchtest? Oder willst du einen Lieferdienst gründen und suchst noch das passende Produkt? Wenn du dich dazu entschieden hast, einen Lieferdienst zu gründen, solltest du dich zuerst fragen, was genau du liefern willst: eine breite Produktpalette,  eine spezielle Produktgruppe oder gar nur ein Produkt.

Eine breite Produktpalette

Mit einer großen Auswahl wird meist auch eine breite Masse an Kunden angesprochen. Das ist natürlich ein eindeutiger Vorteil. Allerdings bekommst du durch die verschiedenen Branchenbereiche auch eine große Anzahl an Konkurrenten. Das ist eindeutig ein Nachteil. Anders formuliert: Du musst dich gegen eine harte Konkurrenz durchsetzen und immer aus der Masse herausstechen. Ansonsten werden deine potentiellen Kunden bei der Konkurrenz bestellen!

Spezielles Produkt

Wählst du ein spezielles Produkt, sprichst du meist einen recht kleinen Kundenstamm an. Das ist eher nachteilig. Allerdings kannst du dich über weniger Konkurrenz freuen. So hast du die Chance, dich viel besser und klarer am Markt zu positionieren – ein eindeutiger Vorteil!

Unternehmensstart

Für den Start gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie die Ausgangssituation deines Unternehmens aussehen kann. Die wichtigsten sind:

Eigenes bestehendes Unternehmen

Wenn du bereits begeisterte Kunden in deinem Restaurant, deiner Metzgerei oder Bäckerei hast, dann könnte ein Lieferdienst mit wenig Aufwand für Extra-Umsatz sorgen. Nicht selten sind die Kunden selbst die Initiatoren. Die Nachfrage regt hier das Angebot an. Mit einem Fahrzeug, Transportboxen und einem Fahrer sind hier die größten Posten schon erledigt.

Neugründung

Aber auch eine neue eigenständige Idee kann von Erfolg gekrönt sein. Hier ist die gründliche Planung und Erstellung des Businessplans noch wichtiger, weil du auf keine Erfahrungen zu angebotenen Produkten, Zielgruppen etc. zurückgreifen kannst. Wer ganz neu startet, sollte idealerweise schon ein alter Hase sein. Nein, das ist kein Widerspruch in sich. Denn vor allem, wenn du einen neuen Lieferdienst startest, solltest du ausreichend Erfahrung in der Gastronomie und vielleicht sogar schon im Liefer-Business haben.

Franchise

Auch ein Franchise-Unternehmen kann für dich das Richtige sein. So bekommst du einen schnellen Marktzugang, trägst ein geringeres Risiko dank eines durchdachten Konzepts und einen einfachen Einstieg durch einen „schlüsselfertigen Betrieb“. Einkaufspreise sind günstig, Marketingaktivitäten wirken sich auch auf deinen Betrieb aus und bei der Standortwahl wirst du kompetent und durch großes Zahlenmaterial unterstützt. Außerdem kannst du auf ein erprobtes Marken- oder Dienstleistungssortiment, regelmäßige Schulungen und ein fundiertes Image zurückgreifen. Auch bei der Bank können diese Punkte positiv auf die Kreditvergabe wirken. Das Franchise-System hat nicht nur Vorteile. So bist du abhängig von der Geschäftspolitik des Franchise-Gebers und hast darauf kaum Einfluss. Meist bist du durch die Verträge langfristig gebunden. Heißt, falls es Konflikte geben sollte, musst du diese evtl. recht lange aushalten. Die Abhängigkeit kann auch in Sachen Image ein Problem werden. Falls es in einer anderen Filiale einen „Skandal“ gibt, werden auch deine Kunden mit Skepsis reagieren.

Konkurrenz checken

Eine Konkurrenzanalyse ist gerade als Lieferservice enorm wichtig. Oftmals steht man beim Blättern durch die Flyer-Sammlung oder bei der Online-Recherche in direkter Konkurrenz zu den Mitbewerbern. Vor der Konzeption sollten daher Prospekte von anderen Lieferservices besorgt werden. So können Angebote und Preise verglichen werden. Bewertungsportale verraten die Vorzüge und Schwachstellen der Konkurrenz.

Der beste Check ist eine Testbestellung bei den wichtigsten Mitbewerbern der Stadt!

Lage, Zielgruppe und Einzugsgebiet

Sogar bei der Positionierung eines Lieferservices ist die Lage ein entscheidender Faktor für den Erfolg. Prinzipiell funktionieren Lieferservices in größeren Städten besser als auf dem Land. Das liegt an der demografischen Struktur. Das heißt aber nicht, dass es auch auf dem Land gut funktionierende Lieferdienst-Konzepte gibt! Auch für die Eröffnung eines Lieferservices benötigst du eine genaue Zielgruppenanalyse, die eng mit der Überprüfung der örtlichen Struktur verknüpft sein sollte. Gerade als Lieferdienst ist das Einzugsgebiet genau zu bestimmen, das beliefert werden soll. Dieses Gebiet sollte an die Verteilung der Zielgruppen angepasst werden, um möglichst viel Umsatz zu generieren.

Was benötige ich für meinen Lieferservice?

Du benötigst Räumlichkeiten und eine Kücheneinrichtung zur Speisenzubereitung. Falls du fertige Produkte ausliefern möchtest, kannst du darauf verzichten. Unter Umständen brauchst du dann aber einen Lagerraum. Wahrscheinlich wirst du nicht zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln ausliefern. Das heißt, du brauchst mindestens ein  Lieferfahrzeug. Außerdem benötigst du Verpackungsmaterial und Transportbehältnisse, die die Temperatur halten – egal ob heiß oder kalt. Und wenn du nicht alles selbst zubereiten und ausliefern möchtest, brauchst du auf jeden Fall kompetentes Personal.

Welche Genehmigungen brauche ich für einen Lieferservice?

Wer denkt, dass immer eine Konzession notwendig ist, sobald es um das Anbieten von Speisen und Getränke geht, der liegt nicht ganz richtig. Denn wenn Speisen nach Hause geliefert werden, wie es beim Pizza- oder Partyservice der Fall ist, wird keine Genehmigung, sondern lediglich einen Gewerbeschein benötigt. Das ist in ganz Deutschland so. Die zuständige Behörde ist meist das Gewerbeamt, kann aber unter Umständen auch die regionale IHK oder andere Einrichtungen erteilen. Nicht nur Lieferservices benötigen keine Konzession, sondern auch Personen, die ihre Speisenzubereitung als Mietkoch anbieten. In Sachen Hygiene ist das allerdings kein Freifahrtschein. Lieferdienste und Mietköche unterliegen den Bestimmungen des Lebensmittel- und Hygienerechts sowie der Lebensmittelüberwachung. Dazu gehört z. B. die Einhaltung diverser Vorschriften bzgl. der Räume, des Eigenkontrollsystems (HACCP) sowie die Personalschulung (§4 LMHV-Schulung). Damit ist die Belehrung nach §43 IfsG und deren Folgebelehrungen gemeint.

Kosten Gewerbeanmeldung: Der Preis für eine Gewerbeanmeldung ist lokal unterschiedlich. Zu rechnen sind mit maximal 50 €.

Werbung für meinen Lieferservice

Die Webseite ist das Herzstück eines jeden Lieferdienstes. Nur mit einer sehr guten Webseite wird ein Lieferdienst überleben! Das gilt für alle Aspekte der Seite. Auch wenn immer noch oft telefonisch bestellt wird, informieren sich die meisten Anrufer vorher auf der Webseite. Die Zahlen der Online-Bestellungen steigen weiter. Das ist nicht nur einfach, sondern spart auch Zeit – für die Kunden und auch für den Lieferservice.

Investiere sowohl Zeit und Geld als auch Kreativität und fachliches Know-how in eine erstklassige Webseite, die nicht nur eine einfache Bestellung ermöglicht, sondern den Kunden auch direkt „abholt“. Das bedeutet unter anderem:

  • eine einfach zu merkende Domain
  • ein ansprechendes, modernes und freundliches Design
  • eine benutzerfreundliche Bedienoberfläche (vor allem das Bestellformular!)
  • schnelle Ladezeiten
  • professionelle und einheitliche Fotos
  • eine stimmige Corporate Identity, die auch in Flyern, Broschüren, Bestellkarten usw. wiederzufinden ist
  • aussagekräftige, eindeutige und informative Inhalte
  • Aktives Social Media- und E-Mail- Marketing sorgen für die entsprechende Reichweite und Kundenbindung.


Neben der Online-Werbung solltest du auch in professionelle Flyer investieren. Auch hier gilt es einiges zu beachten:

  • auffällige Gestaltung
  • maximal zwei verschiedene Schriftarten
  • ausreichend Platz zwischen Zeilen und Absätzen
  • Farben sinnvoll einsetzen
  • eine stimmige Corporate Identity
  • aussagekräftige, eindeutige und informative Inhalte
  • prominente Platzierung der Telefonnummer und Internetadresse
  • strapazierfähiges Papier – evtl. Folierung

Lohnt sich die Listung bei Lieferando & Co.?

Die großen Lieferservice-Plattformen bieten eine hohe Reichweite und ein komfortables Bestellen für die Kunden. Die Anzahl der Bestellungen steigt, doch die Provisionen sind nicht ohne! Jeder Lieferservice-Betreiber sollte das genau durchrechnen. Denn nicht immer lohnt sich die bessere Auftragslage im Vergleich zum geringeren Gewinn.

Nicht selten stehen Lieferservice-Betreiber vor der Frage, ob sie ihr Unternehmen bei den großen Lieferservice-Portalen wie Lieferando, Lieferheld oder Pizza.de anschließen. Die stark optimierten Portale funktionieren sehr gut und locken mit hohem Werbebudget eine große Anzahl an potenziellen Kunden auf die Seite. Die Provisionen für solche Lieferportale sind recht hoch. Also lohnt es sich zu vergleichen. Vielleicht rentiert sich eine Investition in die Optimierung der eigenen Internetseite auf Dauer mehr. Oder Sie setzen die Listung als kurzfristiges Marketinginstrument ein. Das ist vor allem bei einer Neugründung ein probates Mittel!


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