Aufbau und Teile des Gastro Business Plans

Damit Sie mit Ihrem Gastro Konzept raketenmäßig durchstarten können, brauchen Sie einen guten Businessplan. Denn dieser ist das Fundament eines erfolgreichen Unternehmens. Dass ein angehender Gründer deshalb einiges an Zeit und Arbeit in die Erstellung seines Businessplans investieren muss, versteht sich von selbst. Denn der Businessplan ist mehr als nur eine bloße Darstellung der Geschäftsidee – es gibt einige Bestandteile, die auf keinen Fall fehlen dürfen.

1. Die Geschäftsidee

Hier fassen Sie Ihre Geschäftsidee zusammen. Versuchen Sie, möglichst konkret darzustellen, wie Ihre Gastronomie aussehen soll. Stellen Sie sich vor, Sie treffen Ihren Finanzier im Aufzug und haben nur wenige Minuten Zeit, ihn von Ihrem Projekt zu überzeugen.  Dieser Elevator Pitch sollte alle Faktoren enthalten, die für Ihr Projekt eine Rolle spielen.  Anschließend können Sie Ihr Konzept etwas genauer vorstellen. Vergessen Sie nicht, hervorzuheben, was Sie von der Konkurrenz unterscheidet. 

2. Der Gründer selbst

Hier können Sie sich vorstellen. Wird das Unternehmen von mehreren Personen gegründet, müssen alle Gründer im Geschäftsplan vorgestellt werden. Neben den Kontaktdaten spielt vor allem die persönliche Eignung eine Rolle. Warum sind genau Sie die richtige Person für das Projekt? Was befähigt Sie zu einer Existenzgründung? Neben der schulischen und beruflichen Ausbildung tragen Sie hier zusammen, welche Fort- und Weiterbildungen Sie vorweisen können, welche Zertifizierungen Sie haben und welche Kenntnisse über die Branche und den Alltag in einem Unternehmen Sie haben. Vergessen Sie nicht, einen ausführlichen tabellarischen Lebenslauf und sämtliche Zeugnisse oder Zertifikate in den Anhang zu stellen.

Wenn Sie über Erfahrung in der Gastronomie verfügen, sollten Sie diese genau beschreiben. In welchen Bereichen haben Sie schon einmal gearbeitet? Haben Sie vielleicht sogar schon einmal eine Führungsposition bekleidet? Haben Sie Besonderheiten entdeckt, die die Gastronomie Branche von anderen Branchen unterscheidet und für Sie so attraktiv macht? Worauf muss man besonders achten? Stellen Sie auch dar, welche Bereiche Sie bisher noch nicht kennengelernt haben und welche Kenntnisse und Fähigkeiten Ihnen noch fehlen. Seien Sie ehrlich – niemand ist als Meister vom Himmel gefallen. Überlegen Sie sich, wie Sie die vorhandenen Lücken füllen wollen und nehmen Sie diese Lösungsvorschläge in den Businessplan mit auf.

Sich selbstständig zu machen ist immer mit Risiken verbunden. Haben Sie diese durchdacht? In diesem Teil des Businessplans müssen Sie begründen, warum Sie den Schritt in die Selbstständigkeit wagen möchten. Beschreiben Sie, welches Ziel Sie verfolgen und wie Sie dieses auch erreichen möchten. Auch Ihre aktuelle berufliche Situation muss hier Erwähnung finden. Aber auch die persönlichen finanziellen Voraussetzungen müssen mit in den Geschäftsplan. Über welche finanziellen Mittel verfügen Sie  und was passiert, wenn diese aufgebraucht sind? Haben Sie Familienmitglieder, die Sie unterstützen können? Hier geht es nicht nur um finanzielle Unterstützung, sondern auch um familiären Rückhalt. Denn jeder wird mal krank. Gibt es Personen in Ihrer Familie oder Ihrem engeren Freundeskreis, die für Sie einspringen können? Sollten Sie über gesundheitliche Einschränkungen verfügen, dürfen Sie diese auf keinen Fall verschweigen. Die Gastronomie ist eine aufreibende und arbeitsintensive Branche, der nicht jeder gewachsen ist.

3. Die Branche

Unter diesem Gliederungspunkt beschreiben Sie, was Sie über die Gastronomie Branche wissen. Zeigen Sie dem Finanzier, dass Sie sich auskennen und genau wissen, was auf Sie zukommt. Stellen Sie dar, wie groß Ihre Branche allgemein und in Ihrem Einzugsgebiet ist und welches Potenzial Sie darin sehen, sich in dieser Branche selbstständig zu machen.

4. Die Zielgruppe

Jeder Unternehmer muss seine Zielgruppe kennen – nur so kann er erfolgreich sein und sein Angebot darauf anpassen. Auch die Größe der Zielgruppe spielt eine Rolle – wenn die Zielgruppe zu klein ist, kann das Projekt nicht rentabel sein.

5. Der Wettbewerb

Genauso wichtig, wie die Zielgruppe zu kennen, ist es, über den Wettbewerb und die Konkurrenz Bescheid zu wissen. Wie viele Mitbewerber gibt es in Ihrem unmittelbaren Umfeld und wie unterscheiden Sie sich von diesen? Was macht Sie besser als die Anderen? Sind die anderen Bewerber überhaupt eine ernsthafte Konkurrenz für Sie, oder läuft deren Geschäft eher schlecht? Gibt es vielleicht Vorteile, die die Mitbewerber Ihnen gegenüber haben könnten und gibt es auf dem Markt überhaupt noch Potenzial für einen zusätzlichen Gastronomiebetrieb?

Neben einer solchen Konkurrenzanalyse muss auch eine Analyse der eigenen Stärken und Schwächen mit in den Businessplan. Hier stellen Sie nicht nur Ihre eigenen Stärken und Schwächen dar, sondern auch die Ihres Konzepts. Welche Chancen entstehen aus Ihren Stärken und wie können diese genutzt werden? Welche Schwächen ergeben sich aus Ihrem Konzept und Ihren persönlichen Gegebenheiten? Welche Risiken entstehen daraus und wie können diese vermindert und ausgeglichen werden? Welche Risiken können Sie als Chancen nutzen? Auch hier sollten Sie ehrlich sein und Ihre persönlichen und konzeptionellen Schwächen aufzeigen. Denn wer sich seine Schwächen offen zugesteht, aber weiß, wie er damit umgehen und Nutzen daraus ziehen kann, beweist, dass er sich ausführlich mit dem Schritt in die Selbstständigkeit beschäftigt hat. 

6. Ganz wichtig – der Standort

Selbst die beste Geschäftsidee kann scheitern, wenn der Standort falsch gewählt ist – vor allem in der Gastronomie. Deshalb ist eine Standortanalyse unvermeidbar, um herauszufinden, ob der geplante Standort überhaupt geeignet ist.

Ein wichtiger Punkt hierbei ist die Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel. Denn nicht jeder potenzielle Gast kann und will mit dem Auto kommen. Besonders wenn Sie alkoholische Getränke anbieten, sollte Ihre Gaststätte  zentral gelegen und gut ohne Auto zu erreichen sein. Auch die Parkplatzsituation sollte beschrieben werden. Gibt es im direkten Umfeld zu wenige Parkplätze, gehen Ihre Gäste vielleicht lieber woanders hin, wenn sie ihr Auto nirgends abstellen können. Außerdem ist eine bestimmte Anzahl an Parkplätzen unter Umständen vorgegeben. Beachten Sie zudem die Lieferanbindungen!

Aber auch die Gegend an sich sollte genau erkundet werden. Passt der Standort zur Zielgruppe? Ist Ihre Gastronomie auch für Laufkundschaft zu erreichen? Gibt es kulturelle Besonderheiten, die Touristen in die Gegend locken? Ist in der Nähe ein Ausflugsziel? All diese Faktoren sind relevant und sollten im Businessplan Erwähnung finden.

7. Das Unternehmen

Jetzt stellen Sie Ihr Unternehmen vor. Welchen Namen haben Sie für Ihre Gastronomie ausgewählt, und warum? Welche Betriebsart streben Sie an und welche Rechtsform haben Sie gewählt? Arbeiten Sie mit Partnern zusammen?

Auch die eventuell schon ausgewählte Immobilie wird hier vorgestellt. Wie groß ist der Gastraum  und wie viele Gäste können Sie bewirten? Verfügt das Objekt über alle geforderten Räumlichkeiten und ist es überhaupt für die Nutzung als Lebensmittelbetrieb geeignet?

Ebenfalls Teil des Businessplans ist die Personalplanung. Haben Sie sich schon Gedanken darüber gemacht, wie viel Personal Sie benötigen? Welche Aufgaben müssen verteilt werden und wie viele Leute sind nötig, um sie auszuführen? Welche Abläufe müssen organisiert werden?

Ebenso wichtig wie die Personalplanung ist die Planung des Angebots. Welche Produkte und Gerichte möchten Sie auf die Speisekarte setzen? Benötigen Sie zusätzliche Lizenzen für den Alkoholausschank?

8. Die Risikoanalyse

Überlegen Sie sich, mit welchen marktbedingten Risiken Sie als Gründer rechnen müssen und wovon diese verursacht werden. Überlegen Sie sich auch hier, welche Vorkehrungen Sie treffen können, um diese Risiken zu vermindern und richtig damit umzugehen. Entwickeln Sie alternative Pläne für Notfälle! 

9. Finanzwirtschaftliche Planung

Besonders für die Finanzierung oder der Qualifizierung für Fördermittel (z. B. Gründungszuschuss) ist der Businessplan wichtig. Stellen Sie einen detaillierten Finanzplan auf, damit die Finanziers genau wissen, welche Kosten gedeckt werden müssen.  Insgesamt sollte der Finanzbedarf so niedrig wie möglich gehalten werden.  Da Sie sich selbstständig machen wollen, müssen Sie nicht nur die geschäftlichen Kosten auflisten, sondern auch Ihre privaten Kosten wie Wohnung, Versicherungen und Lebenshaltungskosten.

Für die Geschäftskosten relevant sind die Investitionen, die Sie zur Eröffnung Ihres Unternehmens tätigen müssen. Verschaffen Sie sich einen genauen Überblick darüber, wie viel Geld Sie in den ersten Jahren benötigen werden, um Ihren Kapitalbedarf zu errechnen. Legen Sie dar, über welche finanziellen Mittel Sie verfügen und wie sich diese zusammensetzen. Haben Sie selbst ein finanzielles Polster? Haben Sie die Möglichkeit, Kapital von Verwandten zur Verfügung gestellt zu bekommen? Wie hoch ist der benötigte Kredit?

Für den Liquiditätsplan müssen Sie alle erwarteten Zahlungsströme festhalten, sowohl eingehende als auch ausgehende. So stellen Sie sicher, dass Ihr Unternehmen auch liquide bleibt. Der Liquiditätsplan sollte die ersten 36 Monate nach der Gründung umfassen!

Anschließend zeigen Sie, welchen Umsatz Sie erwarten und wie viel Sie mindestens erwirtschaften müssen, um alle Kosten zu decken. Errechnen Sie, ab welchem Zeitpunkt Ihr Unternehmen rentabel ist und wann Sie anfangen könnten, schwarze Zahlen zu schreiben. Hier sollten Sie sehr detailliert vorgehen, um sich einen genauen Überblick zu verschaffen. Nur so erkennen Sie rechtzeitig, ob sich die Zahlen in die falsche Richtung entwickeln.

10. Genehmigungen und Vorschriften

Um einen Gastro Betrieb zu eröffnen, reicht es meist nicht, nur ein Gewerbe anzumelden. Informieren Sie sich, welche Genehmigungen Sie für eine Existenzgründung benötigen und holen Sie diese ein, bevor Sie den Businessplan vorstellen. Finden Sie auch heraus, welche Vorschriften Sie befolgen müssen, und fügen Sie Nachweise dem Businessplan bei. Als Gastronom sollten Sie sich auch über die nötigen Versicherungen informieren. Finden Sie heraus, welche Versicherungen für Gründer relevant sind und listen Sie diese im Businessplan auf.

11. Preisgestaltung und Marketing

Auch als Gastronom benötigen Sie Marketing! Machen Sie sich schon vor der Gründung Gedanken und erstellen Sie einen Marketingplan. Rechnen Sie genug Geld für die Bewerbung Ihres Gastro Unternehmens ein. Vergessen Sie nicht, diesen Posten ihrem Finanzplan hinzuzufügen. Legen Sie fest, wann welche Marketingmaßnahmen stattfinden sollen. Stellen Sie dar, warum Sie was anbieten, was Sie diesbezüglich besser macht als die Konkurrenz, und erklären Sie, welche Preisstrategie Sie führen und warum.

12. Zeitplan

Hier listen Sie die Meilensteile Ihrer Gründungsphase zeitlich auf. Legen Sie fest, wann Sie welches Ziel erreichen wollen und wie sich Ihr Unternehmen nach der Gründung entwickeln soll!

13. Nicht vergessen: Der Anhang

Vergessen Sie nicht, alle Ihre Zeugnisse, Nachweise, Ihren Lebenslauf, alle geschlossenen Vorverträge, eine ausgefüllte Selbstauskunft und eine SCHUFA-Auskunft dem Anhang hinzuzufügen!

 

Da es sich bei einem Businessplan um ein offizielles Schriftstück handelt, sollte es gebunden abgegeben werden. Dazu gehören auch ein Deckblatt und ein Inhaltsverzeichnis, in dem alle Gliederungspunkte aufgelistet werden. Auch wenn das alles erst einmal viel klingt: Einen Businessplan zu erstellen ist kein Hexenwerk. Nutzen Sie  unsere Business Plan App! In diesem Tool können Sie mit Hilfe von Vorlagen ganz einfach einen Businessplan erstellen, ohne etwas zu vergessen und ohne sich Gedanken über Gliederung und Formatierung machen zu müssen.


Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Informationen zur Gastro Academy

Unsere Sponsoren: